Die Geschichte
von Membratsweiler

Der Sitz des Ortsadels

Auch vom Wohnsitz der Ortsadeligen haben sich keine Spuren erhalten. Es wird ein befestigter Gutshof gewesen sein, in ähnlicher Bauweise wie die Häuser des Dorfes, nur weitläufiger und großzügiger und von Palisaden umgeben. Die Lage des Hofes könnte man sich im oberen Teil der Mulde oder auf dem gegenüberliegenden Gelände vorstellen, jedenfalls nicht allzu weit von der Wasserstelle und der Ortsweide entfernt. Den Schritt vom Gutshof zum Burghügel mit Wehrturm, wie ihn die benachbarten Brunsberger vorgenommen haben, ist nicht erkennbar. Möglicherweise fehlten ihnen als Herren eines so kleinen Besitzes einfach die Mittel für ein solches Bauvorhaben.

 

Die Grundstücke des Gutshofes erstreckten sich südlich des Weges von Braunenweiler zum Burgstock, also gegenüber denen der bäuerlichen Bevölkerung. Dieser Bereich wird sowohl auf dem Kartenblatt von 1822 als auch noch auf der Karte 1:25000 von 1951 ebenfalls als „Membratsweiler“ bezeichnet. Um diese Vermutung zu untermauern, muss etwas weiter ausgeholt werden.

 

Die Barnersche Stiftung

Im Jahre 1379 stiftete der Saulgauer Kaufmann Heinrich Barner und seine Ehefrau Anna eine ewige Messe im Spital zu Saulgau. (Das Spital war erst kurz zuvor, im Jahre 1376, gegründet worden). Zur Ausstattung der hierfür erforderlichen Pfründe für einen eigenen Kaplan stifteten sie die Erträge einer ganzen Reihe von Häusern in der Stadt Saulgau . ferner „die Hälfte des ihnen zu Eigen gehörenden Guts zu Membratsweiler bei Braunenweiler gelegen mit Holz, Feld, Zwing und Bann, dessen andere Hälfte dem Herrn Johannes Kröl gehört. Die Hälfte, die den Stiftern gehört, umfasst 50 J.Acker und 6 ½ Mn Wiesen“.

 

Wegen der Größe des gestifteten Gutes und der damit verbundenen hoheitlichen Rechte „Zwing und Bann“ (das Recht des Dorfherrn zu gebieten und zu verbieten) muss es sich um die Grundstücke des Ortsadeligen gehandelt haben. Als Beweis für die Lage des Gutes an der oben angegebenen Stelle sei genannt, dass die Stadt Bad Saulgau als Rechtsnachfolgerin des ehemaligen Spitals heute noch über Grundstücke in dieser Gegend verfügt und damit ihre dortigen Besitzungen aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Membratsweiler Adeligen zurückführen kann.




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