Wo befand sich die Wasserstelle?
Voraussetzung für eine Besiedelung ist das Vorhandensein von Wasser als Lebensgrundlage für Mensch und Vieh. Oberflächlich ist heute auf dem Areal von einer Wasserstelle nichts zu sehen. Nach starken Regenfällen tritt aber am nördlichen Ende der Mulde zum Ackerfeld hin Wasser aus und durchnässt das Gelände.
Das Lagerbuch von 1735 beschreibt nun aber das Grundstück wie folgt: „Antoni Stadler eine Wiese zwischen Wasserstock und dem Ackerfeld No 72“, wobei die Zahl „72“ mit einem Kranz umrandet ist. Hier wird also tatsächlich eine Wasserstelle erwähnt und ein besonderes Kennzeichen angebracht. Die Grundstücke 145 und 147, welche vom Ackerfeld im Osten her mit ihren Stirnseiten an das Grundstück 72 stoßen, verweisen ebenfalls auf die Wasserstelle (zwischen …. und dem Wasserstock und …zwischen Zwerchäcker und dem Gemeindswasserstock).
Hier befand sich also im 18.Jahrhundert noch eine Wasserstelle, wobei man die Bezeichnung „Wasserstock“ z.B. als einen ausgehöhlten Baumstumpf mit seitlichem Auslauf in einen Trog deuten kann.
Unmittelbar bei der Siedlung befand sich ein großes Wiesengrundstück, der „Trieb“(siehe Abb.6). Hier konnten die Tiere in Ortsnähe weiden und die Nacht im Schutz einer Umzäunung verbringen. Im Lagerbuch von 1735 wird dieses Grundstück (Nr.164) als „der sog. Wasserstocktrieb“ benannt und als Gemeindewiese bezeichnet. Ebenso wie die Wasserstelle (der „Gemeinds-Wasserstock“) befanden sich also beide gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen der Ortschaft Membratsweiler jetzt im Besitz der Gemeinde Braunenweiler, auf die sie offenbar nach Auflösung der Siedlung übergegangen waren.
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